Man kann Sport alles Mögliche vorwerfen, zum Beispiel, dass er anstrengend ist. Aber sicher nicht, dass er aus der sicheren Distanz des heimischen Wohnschlafundesszimmers nicht unterhaltsam wäre. Der Radsport hat in den letzten Jahren zwar ein wenig nachgelassen, nicht zuletzt, weil der öffentlich-rechtliche Verblödungskomplex entschieden hat, von der Tour de France mal lieber die Finger zu lassen – Doping und so – und die Öffentlichkeit dadurch rasant abnahm.

Was aber nicht heißt, dass das Amusement vorbei wäre! Nein, im Gegenteil. Hinter den Vorhängen der Grabesruhe rumorte es fleißig weiter (und ja, es wurde auch Rad gefahren). Dopingvorwürfe hier, Dopingbestätigungen da, eigentlich alle waren gedopt. Und wer nicht gedopt war, hat Schach gespielt. Aber, ähem, zurück zum Thema. In den Ermittlungen gegen den größten Radfahrer aller Zeiten (wegen journalistischer Sorgfaltspflicht gestrichen) einen Radfahrer und das beste Team aller Zeiten sein Team, Lance Armtrong und die US Postal Service-Mannschaft, ließ die US-Antidopingagentur USADA gestern verlauten, dass Armstrong »the most sophisticated, professionalised and successful doping programme the sport has ever seen« betrieben habe. Grund genug, ihm endlich mal das Lob zukommen zu lassen, das er verdient. Lance Armstrong ist nicht weniger als der größte Held, den der Sport in den letzten zwei Jahrzehnten, oder überhaupt, gesehen hat. Danke, Lance!