Author Archive

Techno x Zamboni.

Donnerstag, Mai 9th, 2013

Repetitives Wiederherstellen einer von Kufen zerkratzten Oberfläche trifft auf repetitive Musik. So einfach lässt sich Michael Mayers neues Musikvideo zusammenfassen. Weil weiteres Geplapper dem Ganzen nichts zufügen würde, Film ab:


Michael Mayer – Mantasy on MUZU.TV.

Non, je ne regrette rien.

Samstag, April 27th, 2013

Letzte Platte. Ghosts. Robert Owens. Sun sun sun sun. Nervenzusammenbruch. Küsse. Kotze. Bier. Gedankenzerfaserung. Ramtamtam. Silva Rymd. Luftig. Heftig. Lustig. Gesichtszirkus. Nebel. Strobo. Wasserwerfer. Contour. Cotton Wood. Dusche. Dreck. Sofa. Kollektiv. Chaos. Ordnung. Rumms. Bier. Limonade. Pfütze. Garderobe. Leaves. Dunkel. Solidarität. Butterfahrt. Grizzly. Wechselgeld. Memory. Limiter. Kindergarten. Materialismus. Stempel. Schweiß. Zucker. Connwax. Familie. Sprachverfall. Wortverwirrung. Vorwärts. Jawoll. Naja. Platte. Buch. Punk. Akmê. Sonntagmittag. Religion. Häresie. Lobby. Mikrodisko. Efdemin. Deep. Bass. Heart. Hemingway. Faden. Weg. Silvester. Intervention. Johannes Vogel. Familie. Kasse. Film. Riss. Get Deep. Parallel. Egalität. Endorphin. Rausch. Leben. Wohnzimmer. Zeitseifenblasen. Night In Motion. Hastemal. Miriam Schulte. House. Brand. Rettung. Düne. Gras. Weg. Persönlichkeit. Baum. Haus. Flügel. Rauswurf. Rausverbot. Hausverbot. Scheißdeutsche. Nachschub. Plenum. Wohnwagen. Stillgestanden. Lautverwankt. Licht. CvD. Gehirnzellenverlust. Alte_rwasnhammertrack. Anja Zaube. Versackt. Verliebt. Verloren. Vermisst. Vergeben. Zeroize. Ende. Internationale. Wirklich letzte Platte. Band. Medien. Trinkgeld. Hintergrund. Regen. Arschaufreißen. Zärtlichkeit. Wassereis. So leer heute. Uff ist das voll. Warten. Wartung. Nadel. MDF. Festhalten. Bar. Zurück. Öfter hier. Heute nicht. Antifa. Performance. Putzen. Sport. Einfall. Toilette. Savas Pascalidis. Umbau. Lager. Überdosis. Nüchternheit. Blättchen. Gästeliste. +1. Stehst nicht drauf. Oh. Aufhören. Abgang. Rhythmus. Weitermachen. Bürokratie. Luft. Krankheit. Live. Schichtplan. Techno. Getränkebon. Leidenschaft. Weinnachten. Wortfluss. Sinnfindung. Situation. Blick. Flyer. Geschwätz. Tür. Augenblick. Erste Platte.

Happy birthday, ://about blank.

 

Woopdidoo!

Freitag, April 26th, 2013

Einige haben’s vielleicht mitbekommen: Die USA hadern nach wie vor ein klein wenig damit, sich ihren zweiten Verfassungszusatz – das Recht, sich bis an die Zähne zu bewaffnen – einschränken zu lassen. Denn: Dann kommt der Faschismus. Oder Sozialismus. Was aber eigentlich das Gleiche ist. Logik? Iwo, man hat Fox News. John Oliver hat sich für die Daily Show mal angeguckt, wie Australien schärfere Kontrollen für Waffen durchgesetzt hat und welche Auswirkungen das hatte. Nicht ohne mit Waffenfreunden in den USA drüber zu reden. Große Unterhaltung.

 

Part 1 DirektlinkPart 2Part 3

 

Vergewaltigungen brisant.

Donnerstag, April 25th, 2013

Eines meiner erkenntnistheoretischen Hobbies ist das Gucken der ARD-Sendung Brisant. Die ist meistens so unspektakulär und zum Gähnen langweilig, dass es sich sie hervorragend nicht gucken lässt. Genau genommen ist mein Hobby also das Nichtgucken von Brisant. Ausgenommen: Nachrichten über sämtliche Königliche Herrschaften der Welt – und aus Versehen brisante Kommentare zum Zeitgeschehen. Gerade Nachrichten, die sich alle Politik schon lange aus den Drehbüchern streichen wollten und Gesellschaft als besondere Individuen verstehen, können zum entlarvendsten Kommentar werden. Wer nicht drüber nachdenkt, macht einfach. Und wer nur den Maßstab berühmt oder reißerisch kennt, sortiert nach diesem Maßstab.

Vergewaltigungen sind so ein Thema, das reißerisch ist, ganz ohne Berühmtheiten zu brauchen. Mit Berühmtheiten natürlich noch viel reißerischer. So kamen dann heute auch direkt zwei Meldungen, die etwas mit sexuellen Übergriffen bzw. Vergewaltigungen zu tun haben. Fangen wir von hinten an: Anschuldigungen gegen Roy Horn von der Popgruppe Siegfried & Roy, er habe Krankenpfleger sexuell belästigt. TMZ hatte gestern berichtet, ein Video gesehen zu haben, dass solche Vorfälle zeige. Zur Anklage wird es nicht kommen, sexuelle Übergriffe verjähren in den USA nach einem Jahr, die Vorfälle sollen 2010 stattgefunden haben.

Auf der anderen Seite wird in unschöner Häufigkeit von Fällen berichtet, in denen eine Betroffene dem unschuldigen Täter das Leben so ordentlich versaut hat1Das heutige Beispiel. Das hat wenig mit der gesellschaftlichen Realität zu tun. Nun kann man ja sagen, die boulevardeske Newsmaschine hat mit empirischen Betrachtungen nichts zu tun, sie berichten auch über das Gegenteil, und überhaupt: Was guckst du den Scheiß eigentlich? Außerdem scheinen die Fälle stattgefunden zu haben und was stattfindet, das muss auch berichtet werden. Öffentliches Interesse, weißt du! Wenn etwas stattgefunden hat, dann hat es erstmal stattgefunden und ist gut oder schlecht. Das öffentliche Interesse sollte auch ein Interesse an Zusammenhängen sein. Es gibt nämlich nicht nur mutmaßliche Falschanschuldigungen – der Verein Terre Des Femmes nennt eine Zahl von 5% der Fälle2 – es gibt aber auch die große Mehrheit der richtigen Anschuldigungen und die noch viel größere Mehrheit der Fälle, in denen erst gar keine Anklage erhoben wurde, weil die Betroffenen sich dazu nicht in der Lage sehen. Es gibt eine Rape Culture, das Verharmlosen, das Verlachen, die gut gemeinten Ratschläge an die Betroffenen. Das alles könnte man thematisieren. Dann hätte man dem Bedürfnis nach seichter Unterhaltung zwar den Tag versaut, aber wenigstens kann man mit dem guten Gefühl zu Bett gehen, ausnahmsweise eine ausgewachsene Nachricht gesendet zu haben.

 

  1. Brisant dient mir hier zugegebenermaßen nur als Beispiel, andere Medien beherrschen dies wenigstens ebenso gut []
  2. Verbildlicht sieht das so ausdieser Artikel bei Slate liefert einen besseren Einblick in Zahlen und Häufigkeit []

Eine Entschuldigung.

Freitag, April 12th, 2013

Vor einigen Monaten habe ich an dieser Stelle den Plattitüdenwahnsinn gefühlt antideutscher Popmusik kritisiert. In der Sache richtig, muss ich beim Beispiel Frittenbude zu Kreuze kriechen. Die Redundanz war Wahrheit. Deutschland fühlt sich wahrhaft deutsch an, Tag für Tag wieder. Und das Problem ist in diesem Falle nicht die Band, die die Simplizität putzig verpackt, sondern zum Beispiel eine Polizistin aus Hamburg. Die fühlt sich tatsächlich beleidigt, weil ihr erklärt wurde, dass A.C.A.B. eine Getränkebestellung sein soll. Aus Respekt vor der bundesdeutschen Staatsmacht Weil ich keine Lust auf Post von der deutschen Staatsmacht habe, schreibe ich hier nicht auf, was ich davon halte. Aus gleichem Grunde sei an dieser Stelle auch von weiteren Beispielen abgesehen, die die These der Frittenbude stützen würden. Deswegen zurück zum Thema. Frittenbude, Entschuldigung! Kommt nicht wieder vor.

Zum aktuellen Stand des Immerblöden: ECHO 2013.

Freitag, März 22nd, 2013

Um die Nachricht des Tages vorwegzunehmen: Ich bin jetzt Cro-Fan. Der macht zwar ungefähr so nichtssagende, weil jeglicher Denkleistung beraubte, Popmusik wie die Postpunks (im schlechtesten Sinne) von den Toten Hosen, geht dabei aber nicht auf die Nerven. Seine Live-Performance mit einer Bühne voller Cros ist dann auch das Highlight der gestrigen Show. Zwar nicht direkt neu, aber immerhin ein aktualisiertes Zitat eines Auftritts von Eminem.


Ansonsten kann man, das meint das bundesdeutsche Feuilleton und die paar Popkulturspacken außerhalb dessen, vom ECHO halten, was man will. Dass die deutsche Inszenierung von Pop schon immer an der nationalen Borniertheit oder einer Unfähigkeit zur Inszenierung außerhalb von Parteitagen (pun intended) scheitert, ist nun wirklich weder eine neue These noch eine spektakuläre. Wenn deswegen bei SPON oder der Süddeutschen heute wieder konstatiert wird, dass alles langweilig war, ist das langweilig. Horkheimer und Adorno wussten das schon länger. Irgendwo im Kulturindustriekapitel der Dialektik der Aufklärung hielten diese fest, dass realitätsgerechte Empörung die Warenmarke derjenigen ist, die dem Betrieb eine neue Idee zuführen wollen. Der gestrige Versuch einer aalglatten Selbstbeweihräucherung der schön Erfolgreichen und leidlich Schönen blieb ohne jede Empörung (die Mini-Empörung um Frei.Wild hatte sich schon recht bald erledigt, weit vor gestern 20.15h) und ohne jede neue Idee. Anstatt Ideen übt man sich in Star-Recycling, Einspieler-Werbefilmchen, und Höhnerscher Feier- und Frohsinn-Kotzerei. Immergleich stays Immergleich.


Der Witz des ECHOs ist ein anderer, wenn auch kein guter. Ein Preis, der auf der Basis der Beliebtheit bei denjenigen vergeben wird, die in jeder Umfrage wieder bezeugen, wie ekelhaft sie als Kollektiv sind, die Deutschen, ist keine Auszeichnung, sondern eine Beleidigung. Robbie Williams’ Reaktion auf seinen Echo, ungespielte Langeweile, wird so zur einzig richtigen. Die Sache mit dem Eigenlob kriegt er, auch kein Wunder, wesentlich besser hin als BAP-Niedecken.


Und sonst so: Frida Gold versucht die 90er wiederzubeleben mit einer grausamen Cover-Version eines grausamen Liedes, dessen grausamen Namen ich zum Glück schon wieder vergessen hatte, Cascada zeigt Dance-Pop zum Gähnen. Selbst das zweite Highlight, Emili Sandé, muss mit einem »Naja« vermerkt werden. Das glorreiche Ende ist der ECHO fürs Lebenswerk (national) für Hannes Wader, garniert mit einer Meyschen Gutmenschenlitanei, die man bis zum Moment, an dem sich Wader mehr davon wünscht, fast unverdient finden möchte. Auch Wader verzichtet dann auf eine neue Idee (Die Internationale, Der heimliche Aufmarsch, ich hätte fast alles mit Kusshand genommen) und trällert seinen Kosens-Hit »Heute hier, morgen dort«. Ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass zwar tatsächlich »nichts bleibt, wie es war« – es allerdings auch nicht besser wird. Auch und gerade nicht mit den Toten Hosen. Ende. Nicht ohne ein weiteres Mal »An Tagen wie diesen« ertragen zu müssen. Tagesthemen. Snafu.

Wortbild.

Freitag, Februar 8th, 2013

Blabla Politik, blabla Inhalt. Mal was schönes! Der Künstler Ji Lee hat sich verschiedene Wörter vorgenommen und versucht diese zu bebildern, dabei aber nur die Buchstaben zu benutzen, die im Wort enthalten sind. Das Ergebnis ist großartig. Durchgehend. Und wenn dann, beim Kapitalismus zum Beispiel, die Politik doch wieder durchscheinend, kann man wenigstens beruhigt sein, dass triumphierende i (englisch i) eine der treffendsten Illustrationen der Konkurrenz ist. Chapeau.

Word as Image (by Ji Lee) from jilee on Vimeo.

Dann mach doch den Kopf zu!

Freitag, Februar 1st, 2013

Es ist zum Kotzen. In einer Welt, in der der Stern plötzlich als Leitmedium des Antisexismus’ erscheint und man sich bei Stern TV nicht über den Einspieler sondern über die Feministin mit dem schönen Namen von Horst, die im Brustton der nicht durchdachten Überzeugung verkündet, dass Frauen kein übergriffiges Verhalten an den Tag legen könnten, aufregt, hilft selbst der vollste Kühlschrank nicht, den Magen genügend zu füllen. Meiner ist leer.

Deswegen, nur zur Klarstellung: Natürlich ist der Stern nicht das antisexistische Leitmedium der Postpostpostmoderne und natürlich hat Frau von Horst Unrecht. Unrecht, gutes Thema. Wo Recht zu Unrecht wird, so hieß es, wird Widerstand zur Pflicht. Wenn Dummheit zur Gewohnheit wird, so heißt es: Willkommen in der Realität. Es überrascht deswegen kaum, dass auch viele Kommentare zum #Aufschrei, der gerade durch deutsche Medien geht, dumm wie Brot sind und fragmentarisch wie ebenjenes in geschnitten. Den großen Zusammenhang »Gesellschaft« halluziniert man höchstens noch herbei, ohne größere Anstrengungen zu unternehmen, ihn zu fassen. Manchmal erspart man sich selbst die Halluzination der Gesellschaft um sich ein wenig gutes Leben unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu gönnen.

So zum Beispiel Birgit Kelle, ihres Zeichens Christin und Antifeministin, denn es gibt ja Gleichstellungsgesetze – und wie wir alle wissen, reicht eine Vorschrift. Deswegen gibt es in den USA keinen Rassismus mehr und nach dem Ende des Dritten Reiches waren in Deutschland alle Nazis verschwunden. Stimmt gar nicht? Sagt das lieber Frau Keller. Diese jedenfalls hat zum Aufschrei unter der Überschrift »Dann macht doch die Bluse zu« auch ein bisschen hysterisches Gequake beizutragen. Um es vorwegzunehmen: Ihr Gequake ist Produkt einer leidlich erfolgreichen und glücklichen Aneinanderreihung von Begebenheiten, aus der sie eine gesellschaftliche Norm ableitet. Frei nach irgendsoeinem König: Die Gesellschaft ist sie.

Aber der Reihe nach. Mit einem Gedankenexperiment startet die Autorin. Was, ja was, wäre wohl passiert, wenn Brüderle Clooney heißen würde und nicht »frisches Gesicht« der FDP sondern Hollywoodgröße sei. Es mag der Phantasie von Keller nicht einfallen, dass auch Clooney sich übergriffig verhalten kann, dass ihn vielleicht gar nicht alle Menschen so töfte finden. Weiter fabuliert sie von heißen Flirts – der nebenbei auch bei Brüderle hätte entstehen können, hätte er zufälligerweise eine Frau erwischt, die auf junggebliebene Altpolitiker steht – und leitet ab, mit Gedankensprung aber ohne Zusammenhang: »Was wir daraus lernen? Wo persönliche Befindlichkeit als ausreichender Gradmesser erscheint, um Sexismus zu definieren, verkommt der Begriff zur Beliebigkeit.« Was wirklich zu lernen gewesen wäre, wäre natürlich etwas anderes: Übergriffigkeit kann nur über persönliche Maßstäbe definiert werden. Natürlich ist es gut, wenn eine Person mit mir flirtet, mit der ich flirten will und natürlich ist es schlecht, wenn das eine tut, die mich in Ruhe lassen soll. Das ist keine Beliebigkeit, das ist eine Basisbanalität. Bestimmtes Verhalten ist mal übergriffig und mal nicht. Im Sinne mündiger Menschen wäre es folglich auch nicht, einen Regelkatalog aufzustellen, der von A-Z erklärt, dass dieses oder jenes nicht sein darf, sondern soziale Intelligenz, Aufmerksamkeit und Absehen von der Durchsetzung des eigenen Willens. Das ist nicht einfach. Eine angenehmere Alternative als das Zertrampeln anderer Menschen aber allemal.

Wenn man das rafft und zusätzlich noch einsieht, dass Gesellschaft nicht die Borniertheit der Erfolgreichen ist, nicht die Einzelnen sind, sondern »die Summe der Beziehungen, Verhältnisse […], worin diese Individuen zueinander stehn« (Marx) – was Keller natürlich beides unterlassen hat –, kommt man noch ein Stückchen weiter. Der Blick auf den Arsch, das »Meer von Banalitäten, die nichts weiter sind als das alltägliche Balzverhalten zwischen Mann und Frau« (Keller) sind Ausdrücke der Gesellschaft und aus der Summe der Vorfälle lassen sich z.B. Machtverhältnisse absehen. Das alltägliche Balzverhalten ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Machtverhältnisses, so wie der Blick auf den Arsch eines ist. Übergriff fängt nicht bei der Vergewaltigung an, anders wird ein Schuh draus: Auch die Vergewaltigung ist Ausdruck ebenjenes Machtverhältnisses, das es strukturell eben eher Männern erlaubt, sich etwas rauszunehmen. Das macht nicht alle Männern zu Tätern – individuelles Verhalten lässt sich zum Glück reflektieren und ändern – setzt aber das männliche Geschlecht nach wie vor in eine Machtposition. Und diese Machtposition ist nach wie vor gesellschaftlich. Dass im Einzelfall was anderes passiert, ist gut oder schlecht, aber noch nicht absolut. Die Erfahrungen (sich selber durchsetzen können, Solidarität), die Keller während ihres Studiums gemacht hat, sind gut und schön. Keller leitet daraus ab, dass die Probleme sich für alle erledigt hätten. Und das ist dumm.

Ebenso dumm, aber leider nicht minder populär, ist die Forderung, die schon in Kellers Überschrift anklang: Die Frauen sollen doch bitte in Sack und Asche laufen. Zuhause machen sie sich ja schließlich auch nicht zurecht! Damit schneidet sie übrigens ein interessantes Kapitel an: Die Ableitung des eigenen Selbstwertes aus der Achtung von anderen. Man kleidet sich anders, verhält sich anders, legt andere Maßstäbe an sich und die Welt an, wenn man nicht alleine ist. Das ist ein Problem, aber darum soll es jetzt nur am Rande gehen. Das eigentliche Problem ist doch, die Unbedingtheit, die aufgefahren wird, wenn Frauen dazu aufgefordert werden sich »nicht aufreizend« zu kleiden, gar dafür verantwortlich gemacht werden, wenn ihnen etwas zustößt. In was für einer beschissenen Welt leben wir eigentlich?

Und ja, vielleicht zieht man sich bestimmt an, um Reaktionen zu erhalten. Vielleicht will man diese Reaktionen aber nicht von jedem und vielleicht will man nicht jede Reaktion? Wäre das nicht mal einen Gedanken wert? Aus Minirock folgt nicht von jedem Mann begafft zu werden. Das folgt aus den Gedanken der Männer, die Frauen zu den Objekten ihrer Begierde machen. Get over it.

Diese Objektivierung, die Dummheit der einen entschuldigt ja nicht die Dummheit der anderen, ist andersrum natürlich auch verkehrt. Deswegen regt man sich über von Horst bei Stern TV auf, und das vollkommen zurecht, und auch darüber, wenn eine Kolumnistin in der taz phantasiert, dass »das rätselhafte Geschlecht nicht die Frauen« seien. Das Rätsel eines jeden Zwangskollektivs besteht darin, dass Individuen in diesem zusammengefasst werden, die Regeln mehr oder weniger akzeptieren, sich aber nicht auf diese geeinigt haben. Das rätselhafte Geschlecht sind alle Menschen als Menschengeschlecht. Was zu hoffen bleibt ist, dass die Menschen irgendwann mal auf die Idee kommen, dass es vielleicht weit weniger anstrengend wäre, wenn sich alle mal halbwegs vernünftig benehmen und nicht wie das letzte Arschloch in der Welt rumpoltern.

 

It’s so Berghain.

Mittwoch, Januar 23rd, 2013

Alle so friendly, ich könnt’ kotzen. Die Hymne für alle, die nach 10 Stunden in der Schlange abgewiesen wurden. Oder Leute mit Humor.

Lektion Techno betreffend.

Freitag, Januar 11th, 2013

Wie geht Techno? Keine Ahnung. Irgendwas mit Drum, Kick, Acid, Weltuntergang. Wem das nicht reicht, die kann ja folgendes Video gucken. In dem wird in 1,5 Minuten erklärt, wie Techno geht. Auf ’ne Art. Der zugehörige Film heißt Vibrations und kann, yay Interwebs, auf YouTube in voller Länge geguckt werden.