Archive for the ‘Something good’ Category

Wortbild.

Freitag, Februar 8th, 2013

Blabla Politik, blabla Inhalt. Mal was schönes! Der Künstler Ji Lee hat sich verschiedene Wörter vorgenommen und versucht diese zu bebildern, dabei aber nur die Buchstaben zu benutzen, die im Wort enthalten sind. Das Ergebnis ist großartig. Durchgehend. Und wenn dann, beim Kapitalismus zum Beispiel, die Politik doch wieder durchscheinend, kann man wenigstens beruhigt sein, dass triumphierende i (englisch i) eine der treffendsten Illustrationen der Konkurrenz ist. Chapeau.

Word as Image (by Ji Lee) from jilee on Vimeo.

Das ist etwas, woran man sich halten kann.

Sonntag, Dezember 9th, 2012

»Musikalisch ausgereift, versiert und experimentierfreudig, textlich so klar und deutlich wie selten: gegen dich, deine Freunde und alle anderen sowieso. Und das alles ohne ausfallend oder stumpf zu werden – die selbsternannte Szenepolizei ist auf dem Gipfel angekommen und pöbelt fröhlich herunter.« Soweit der Promotext. Promotexte neigen zur Übertreibung und dahergelaufene Blogger, die auf einmal Rezensionen schreiben, dazu, Platten zu rezensieren, die sie richtig geil finden.

Eines von beidem stimmt auch hier. Erstmal die Fakten: Die Kaput Krauts gibt es seit 2003, sie erfüllen das Klischee der Klischeefreiheit und Straße Kreuzung Hochhaus Antenne ist das beste Punkalbum seit einiger Zeit. Bei Punk, der nicht auf den Kopf gefallen ist und selbst beim Lesen der Texte noch Überraschungen bereithält, neigt man dazu etwas von …But Alive zu schreiben. Zurecht. Deswegen sei das hiermit getan: Die Kaput Krauts stehen gleich neben …But Alive auf dem Bierkasten meiner Lieblingspunkbands. Oder kurz: Verdammt, der Promotext hat recht.

Straße Kreuzung Hochhaus Antenne ist klug. Und eine Platte mit dem Besten der Punkmusik in wirksame aber nicht peinliche Dosen verpackt. Filmzitate, Rappart, Gitarrenriffs, Sing Sang. Und viel Wut. Music for the riot hour. Anhören.

Straße Kreuzung Hochhaus Antenne ist bei Twisted Chords erschienen | 12″ kaufen (inklusive Download-Code) | CD kaufen

Zuckungen.

Samstag, Dezember 1st, 2012

Ich hab lange keine Musikvideos mehr geguckt. Ich wusste ja aber auch nicht, dass die visuelle Pointierung der Musik noch spannend sein kann. Den Tremor der Popmusik begleitete lange Zeit (oder tut es immer noch, keine Ahnung, s. 1. Satz) eine Videokultur, die in Geschwindigkeit dem Tremor der restlichen kulturell-industriellen Verblödungsmaschine in nichts nachsteht, was auch eine Aufmerksamkeitsspanne von maximal 30 Sekunden, Werbelänge eben, einschloss. Fernab allen Pomps versucht sich FaltyDL in seiner ganz eigenen Interpretation der popkulturellen Zuckungen. Und das ist, ohne zu übertreiben, aber auch ohne Ahnung zu haben, das beste Musikvideo des Jahres:

Street View (1979) zeigt: Alles grau.

Montag, November 5th, 2012

Die These ist nicht alt, …But Alive haben schon 1993 ein Lied drüber geschrieben, die Welt ist ein grauer, trostloser Ort. Der Vorläufer von Google, besser bekannt als öffentlich-rechtliches Fernsehen, haben das schon 1979 mit einer Fahrt durchs idyllische Kreuzberg belegt. Immerhin waren die Straßen leer.

Berlin-Kreuzberg, 1979 from BERLIN GRAFFITI on Vimeo.

And a real hero.

Donnerstag, Oktober 11th, 2012

Man kann Sport alles Mögliche vorwerfen, zum Beispiel, dass er anstrengend ist. Aber sicher nicht, dass er aus der sicheren Distanz des heimischen Wohnschlafundesszimmers nicht unterhaltsam wäre. Der Radsport hat in den letzten Jahren zwar ein wenig nachgelassen, nicht zuletzt, weil der öffentlich-rechtliche Verblödungskomplex entschieden hat, von der Tour de France mal lieber die Finger zu lassen – Doping und so – und die Öffentlichkeit dadurch rasant abnahm.

Was aber nicht heißt, dass das Amusement vorbei wäre! Nein, im Gegenteil. Hinter den Vorhängen der Grabesruhe rumorte es fleißig weiter (und ja, es wurde auch Rad gefahren). Dopingvorwürfe hier, Dopingbestätigungen da, eigentlich alle waren gedopt. Und wer nicht gedopt war, hat Schach gespielt. Aber, ähem, zurück zum Thema. In den Ermittlungen gegen den größten Radfahrer aller Zeiten (wegen journalistischer Sorgfaltspflicht gestrichen) einen Radfahrer und das beste Team aller Zeiten sein Team, Lance Armtrong und die US Postal Service-Mannschaft, ließ die US-Antidopingagentur USADA gestern verlauten, dass Armstrong »the most sophisticated, professionalised and successful doping programme the sport has ever seen« betrieben habe. Grund genug, ihm endlich mal das Lob zukommen zu lassen, das er verdient. Lance Armstrong ist nicht weniger als der größte Held, den der Sport in den letzten zwei Jahrzehnten, oder überhaupt, gesehen hat. Danke, Lance!

Go Pro: Riot.

Mittwoch, Oktober 3rd, 2012

Im Sport sind sie längt der letzte Schrei (sagt RTLII News), warum also nicht beim Widerstand gegen die Staatsgewalt? Das dachte sich anscheiend auch ein Genosse aus Griechenland und liefert damit Aufstandsstoff der höchsten Qualität. Was nur eine Frage offen lässt: Wie sehen eigentlich die Verletztenzahlen der griechischen Polizei aus? Bei den deutschen OrdnungshüterInnen wären nach solchen Ausschreitungen wohl mehr PolizistInnen verletzt, als überhaupt in der Stadt waren.

Okay, Kapitalismus.

Mittwoch, Juli 11th, 2012

Du bist konsequent bescheuert. Das muss ich anerkennen. Und was dein Geld alles möglich macht! Alles. Die Frage, was passiert, wenn man einen zu großen Werbeetat, einen Rennwagen, seinen Fahrer und eine Großstadt kombiniert, erübrigt sich also. Eigentlich. Schön aber, dass D.C. das trotzdem ausprobiert hat. Bitteschön:

A little destruction.

Mittwoch, Juni 13th, 2012

Ich entschuldige mich für das vielseitige Schweigen und melde mich einem Knall zurück. In Zeitlupe. Die Diskussion, ob Krise nun von Überproduktion oder Unterproduktion oder Übernachfrage oder Unterklugheit oder der unsichtbaren Hands des Marktes zu verschulden ist, wird hier nicht geführt. Das alles hin oder her ist die Zerstörung von Dingen ein tolles Hobby. Ein Schelm, wer, besonders nach diesem eingeschobenen Schelmverweis, an das Entfernen von Fahnen denkt. Hier geht es nicht um Politik. Hier geht es um Zerstörung in Zeitlupe. Weil Service bei uns schon immer Teil des Redaktionskonzeptes war, wird als Hintergrundmusik Lelehudah von AUN empfohlen und der ganzheitlichen Tiefenentspannung steht nichts im Weg.

Überbrückung.

Freitag, Januar 6th, 2012

Hallo, wie ihr vielleicht mitgekriegt habt, war dieser Jahreswechsel. Wir nehmen institutionalisierte Feste ernst und befinden uns deswegen immer noch im Jahreswechsel. Und jetzt ist auch schon wieder Wochenende, das heißt dieser ganze Schwachsinn fängt von vorne an und der Wochenwechsel will auch ordentlich begossen werden, weil der sonst beleidigt ist, weil ihn niemand beachtet. Lange Rede, langer Sinn: Wir befinden uns kurz vor der Ernüchterung, habt solange bitte etwas Geduld mit uns. So lange könnt ihr ja einfach das hören. Oder das folgende. Ein etwas älterer Mix des Redaktionsfreundes Peter A, den kann man heute Abend übrigens sehen, wenn er zusammen mit Grizzly und Hannes Fischer den Holzbutzenfloor im Suicide Circus bespielt. Die Redaktion ist auch da.

Es war nicht alles schlecht.

Mittwoch, Dezember 21st, 2011

Sicher, der Hunger ist schlimm. Atomraketen gehören auch nur in die Hände bürgerlicher Demokratien und ihres militärisch-industriellen Komplexes. Und diese Mauer erst, die ein Volk trennt – nun ja. Aber: Tanzen können die Nordkoreaner. Und wo getanzt wird, da kann es nicht ganz schlecht sein. Okay, das stimmt nicht. Doch diese Tränen, die sind echt.