Deutschlands SchülerInnen sind eine Wucht. Wenn sie die Bildung nicht gerade bestreiken – durchschnittlich 0,7 Tage im Jahr (ohne Wochenenden und Ferien, Hitzefrei und Terror) –, sind sie eifrig dabei, dem Betrieb beizuwohnen. Teil dieses Prozederes ist, dass ein Gutteil der SchülerInnenschaft sich nicht zu blöde ist, ihr Zurichtung zu feiern, wenn sie einen Abschluss erreicht haben. Okay, man kann einwenden, dass sie sich auch nicht zu blöde sind, in Dorfdiskotheken und auf Schützenfesten zu feiern, das also auch nichts weiter zu bedeuten hat. Allerdings besteht die Performance der versammelten Zukunft dieses Landes im wochendisierten Ritual vornehmlich darin, sich in das nächstgelegene Koma zu saufen.

Beim Abschluss, dem Ritterschlag des Bildungssystems, wollen sich die abschließend Sortierten selber einbringen. Das führt über Mottos (irgendwas zwischen »13 Jahre Klassenkampf« und »Sag niemals nie«) bis zu einer Feier. Die Ergebnisse sind im Normalvollzug schon abschreckend genug. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn der abgesteckte Rahmen verlassen wird. Also, wenn die Band und der verstimmte Chor nicht Scorpions, Jan Delay, Tina Turner oder andere Bruchstücke der Tyrannei der Popmasse aufführen, sondern zu einem etwas exotischerem Titel greifen.

So geschehen in einem Dorf, dessen Name ja auch irgendwie egal ist, weil er bis zur nächsten Bombenwelle der Roten Armee keine weitere Beachtung wert ist. In diesem Dorf jedenfalls kamen SchülerInnen auf die Idee, dass man ein emotionales Lied nehmen könnte. Etwas mit Wehmut. Und Gitarren. Etwas von Sleipnir. Das ist bissel blöde, weil Sleipnir natürlich bissel blöde sind. Auch ein bissel blöde sind Dennis und seine Kumpels, die in den Rollen von Regisseuren, Kameramännern und Backgroundsängern brillieren. In der Neuverfilmung dann mit Til Schweiger und Tom Cruise.